Tauchbasen in Aqaba
Jordanien

Salzsuppe

Am tiefsten, zu Land erreichbaren Punkt der Erde steht man eigentlich nicht an einem Meer. Sondern an einem Salzsee.

 

 

Seine Küstenlinie ist mit 426 Metern unter Normalnull der tiefste Punkt der Erde, der nicht mit Wasser bedeckt ist.

Mit 34 Prozent gehört sein Salzgehalt zum höchsten, was in der Natur vorkommt – nur der Retba-See im Senegal, der Lake Assal im Djibouti-Krater und der antarktische Don Juan-See sind noch versalzener. 

Tot? Naja, fast.

Nur ein paar Mikroorganismen und Halophyten können in diesem (fast) toten Meer überleben. Ganz anders an Land: Früchte, die hier angebaut werden, werden wegen der größeren Luftdichte um eine Spur größer als anderswo. Kein Wunder, der Luftdruck ist höher, auf jeden Kubikzentimeter Luft kommen fünf Prozent mehr Sauerstoff. Egal, woher man kommt, wer zum Toten Meer will, fährt beständig bergab. Solange, bis man an der Salzlauge steht – und sich beim Bad darin nicht sicher ist, ob es einen mehr an Schwimmen oder mehr an Wasserbett erinnert.

Aderlass

Leider hat das Tote Meer ein Problem: Es wird immer flacher. Und zwar schnell, ungefähr einen Meter pro Jahr. In den letzten drei Jahrzehnten des vergangenen Jahrtausends ist die Oberfläche des Toten Meeres um rund ein Drittel geschrumpft. Das Wasser, das der Fluss Jordan im Norden zuführt, reicht nicht aus, um die Verluste durch Verdunstung auszugleichen. Schon jetzt ist der Wasserspiegel so weit gefallen, dass das Tote Meer zweigeteilt ist: in den tiefen, größeren Nordteil und den flachen Südteil. Um diesen Verlust auszugleichen, gibt es Pläne, einen über 200 Kilometer langen Kanal vom Roten zum Toten Meer zu bauen (und dabei das ständige Gefälle auszunutzen). Dieses Projekt ist aber wegen der schwer absehbaren Folgen für die beteiligten Ökosysteme umstritten.